Im Spiegel präsentiert uns das Portrait von der Unternehmering Sabine Herold weniger die politischen Gründe des deutschen Niedergangs als vielmehr die wirtschaftlichen. Der Spiegel fragt eine typische Stellvertreterin deutscher Mittelständler und bekommt die typischen Antworten: zu viel Bürokratie, zu hohe Kosten und überhaupt Erbschaftssteuer. Seit Jahrzehnten die gleiche Leier und den Blick immer nur auf die ganz eigene Situation gerichtet.
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Reichweite den Ratlosen!

Wenn selbst Hasnain Kazim im Spiegel nichts mehr anderes einfällt, als in viele Worte gehüllte Ratlosigkeit, muss es schlimm sein. Es kommt einer Kapitulation gleich, wenn die reichweitenstarken Kommentierenden der Politik, die die öffentliche Meinung prägen, nichts Aufschlussreiches mehr zu sagen haben. Trotzdem wird ihnen weiter die Bühne geboten und kommt niemand sonst zu Wort.
Die Medienhäuser machen einfach weiter so und wundern sich über fallende Abozahlen und zunehmende Wut. Vielleicht wäre es mal an der Zeit, sich anzuschauen, warum die Politik eigentlich nicht das macht, was nicht nur Kazim für geboten hält: „bessere politische Angebote“. Vielleicht sollten sie sich mal mit den strukturellen Defiziten unseres republikanischen Staatswesens auseinandersetzen, damit sie eine Idee davon bekommen, was es braucht, um Politik wieder in den Dienst der Bevölkerung zu stellen, statt nur Verständnis für AfD-Wähler aufzubringen. Aber die Medienlandschaft ist so wenig lösungsorientiert wie der Politikbetrieb, statt dessen wird sich in destruktiver Aufmerksamkeitsökonomie gesuhlt. So langsam sollte es vielleicht dämmern, dass keine Veränderung zu erwarten ist, wenn man immer so weiter macht.
Jetzt hat’s Söder auch kapiert! Sagt er zumindest…

Bei manchen dauert es halt etwas länger, bis das Offensichtliche und wissenschaftlich Belegte ankommt. Blöd halt, dass Markus Söder vorher fleißig Wasser auf die Mühlen der AfD gekippt hat und wahrscheinlich trotz dieser Einsicht nicht damit aufhören wird. Wäre doch sehr überraschend, wenn er nun plötzlich seinen destruktiven Politikstil zu Gunsten eines konstruktiven verlassen würde.
Wir haben es wieder geschafft!

Wir haben es wieder geschafft: Der Faschismus wird uns unausweichlich einholen, weil wir alles andere unwählbar gemacht haben!
16 Jahre Angela Merkel voller Besitzstandswahrung ohne jede Vision und voller rückwärtsgewandter Wirtschaftspolitik hat die Union unwählbar gemacht. Alle Zukunftstechnologien, in denen Deutschland führend war, wurden ausgebremst. Anstatt bei Windkraft und Photovoltaik die Weltmarktführerschaft auszunutzen, lieferte Merkel die Bundesrepublik lieber der Abhängigkeit von russischem Öl und Gas aus, lange nachdem Wladimir Putin seine imperialistischen Ambitionen, terroristischen Methoden und menschenverachtenden Machtansprüche unter Beweis gestellt hatte.
(Ent-) Gendern: Rationalität

Moderne Gesellschaften nehmen für sich ein hohes Maß an Rationalität in Anspruch. (vgl. Weber 1988 (1904); Loo und Reijen 1992 (1990), S. 132 ff.) Weder fürchten noch vertrauen sie in höhere Mächte. Sie fühlen sich nicht den Launen der Natur ausgeliefert, sondern erkennen in ihnen Gesetzmäßigkeiten, die sich für eigene Zwecke nutzen lassen. Alles will durchschaut und zum eigenen Vorteil angewandt, alle Mythen wollen entlarvt, Die „Entzauberung der Welt“ (Weber 1988 (1919), S. 594) vollbracht werden. Statt alten Gebräuchen oder Vorstellungen blind zu folgen, sollen sie auf ihre Zweckmäßigkeit hinterfragt und ggf. aufgegeben werden.
Rechte und linke Schubladen

Rechte weisen Linken pauschal vermeintliche Charaktermerkmale zu (am liebsten unwiderlegbare wie „Arroganz“) und halten deshalb alles Linke für politisch falsch.
Linke fragen sich, was man nur tun kann, damit sich die Rechten nicht so irrational verhalten und nehmen deshalb ständig rechte politische Forderungen ernst.
Tatsächlich aber leben Rechte ihre chronische Unzufriedenheit einfach nur darin aus, anderen die Schuld zu geben.
Bitte nicht zu ernst nehmen, dient nur zur Illustration, wie destruktiv Schubladendenken ist. Inspiriert von Michael Blume:
Frage an ein Unionsmitglied

Michael Blume, Mitglied der CDU und Antisemitismusbeauftragter in Baden-Württemberg, postete am 20. März 2026 auf Mastodon Folgendes:
Seit 1997 sind Zehra & ich als christlich-islamisches & deutsch-türkisches Ehepaar verheiratet. Wir haben drei gemeinsame Kinder, begehen unsere religiösen Feste gemeinsam, sind beide 100% berufstätig, leben auf Basis erneuerbarer Friedensenergien (Photovoltaik, Wärmepumpe, Elektroauto, Pflanzenkost) & engagieren uns für unsere Demokratie (Zehra bei den Grünen, ich in der CDU). In 2026 werden wir beide 50, inshallah.
Das hat mich neugierig gemacht und so habe ich nachgefragt:
Haben Sie an einer Stelle schon einmal erläutert, wie Ihre Lebenshaltung mit einer Mitgliedschaft bei der CDU vereinbar ist? Das würde mich interessieren. Ich krieg das nämlich nicht so recht zusammen. Oder ist das aktuell einfach karrieretechnisch nicht anders denkbar?
Als Antwort bekam ich das:
Charlie Kirk und der Links-Rechts-Fetisch!

Alle Welt diskutiert darüber, ob Tyler Robinson nun links oder rechts oder sonstwas war. Es gibt offenbar kaum etwas, das die Menschen mehr interessiert, und kaum etwas, aus dem sie mehr Schlüsse ziehen. Viele zeigen sich ebenso überzeugt wie bestätigt, dass wahlweise die Rechten, die Linken, die Gamer oder irgendeine andere Gruppierung die Schuld an Charlie Kirks Tod trägt. Dabei ist ganz offensichtlich bislang weitgehend unklar, welche Motive den Attentäter angetrieben haben und ob überhaupt irgendein Lager entscheidende Impulse gegeben hat oder vielleicht nur die feindselige Rhetorik Kirks. Das wird Gegenstand der juristischen Aufarbeitung sein und ist dort gut aufgehoben.
Der politisch orientierungslose Politikwissenschaftler
Hallo Herr Manow, hallo Spiegel-Redaktion,

Dass sich die Kategorien links und rechts auflösen ist für die Politikwissenschaft jetzt nicht die allerneueste Nachricht, vielmehr wird das seit den 1990er Jahren beobachtet. Aber das wissen Sie, viel belesen, wie Sie sind. Was also wollen sie dann?
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Pröksens halbierte Spiegel-Analyse zur Klimakrise
Hallo Herr Pörksen, hallo Spiegel-Redaktion,

Vielen Dank für Ihre Analyse der Klimaberichterstattung des Spiegel! Trotz aufmerksamer Lektüre des Magazins ist mir die von Ihnen angesprochene Wende zu ernsthaftem Klimajournalismus 2019 entgangen. Tatsächlich gibt es mittlerweile (ansonsten würde man sich auch komplett lächerlich machen) aufrüttelnde Artikel über die wirklichen Verhältnisse und nicht mehr nur Verharmlosung. Letztere pflegt der Spiegel nichtsdestotrotz weiterhin fleißig. Vielleicht nicht mehr unmittelbar in Artikeln zu Klimakrise, dafür bei nahezu allen anderen Themen.
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