Schlagwort-Archive: Spiegel

Wieder externalisierte Kosten ignoriert!

Im Spiegel wird berichtet, dass uns die klimaschädlichen Subventionen von Dienstwagen vier Milliarden Euro jährlich kosten. Die externalisierten Kosten, durch Umwelt- und vor allem Klimaschäden sind hierbei noch nicht einmal berücksichtigt. Warum wird das in solchen Studien und Meldungen eigentlich nicht berücksichtigt?

Immerhin fangen wir bereits an sie tragen zu müssen und Jahr für Jahr werden es mehr. Vieles spricht dafür, dass die Bewältigung der Folgen des Klimawandels mit erdrückenden Kosten verbunden ist, wenn sie nicht gar gegen unendlich gehen.

Spiegel interviewt Söder wie der Bayernkurier!

Das Interview mit Markus Söder ist symptomatisch für den Zustand unserer Politik wie für den Spiegel gleichermaßen:

Söder zieht zur Rechtfertigung der Attestpflicht ab Tag eins europäische Vergleichswerte heran, ohne dass er darauf hingewiesen wird, dass noch nicht einmal die Erfassung der Krankheitstage vergleichbar ist und keine Korrelation zwischen strengen Regelungen und weniger Fehltagen erkennbar ist. Sogar der gegenteilige Effekt ist möglich, wenn sich die Menschen krank entweder in die Praxis oder ins Büro schleppen und andere anstecken. Von all dem kein Wort.

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Reichweite den Ratlosen!

Wenn selbst Hasnain Kazim im Spiegel nichts mehr anderes einfällt, als in viele Worte gehüllte Ratlosigkeit, muss es schlimm sein. Es kommt einer Kapitulation gleich, wenn die reichweitenstarken Kommentierenden der Politik, die die öffentliche Meinung prägen, nichts Aufschlussreiches mehr zu sagen haben. Trotzdem wird ihnen weiter die Bühne geboten und kommt niemand sonst zu Wort.

Die Medienhäuser machen einfach weiter so und wundern sich über fallende Abozahlen und zunehmende Wut. Vielleicht wäre es mal an der Zeit, sich anzuschauen, warum die Politik eigentlich nicht das macht, was nicht nur Kazim für geboten hält: „bessere politische Angebote“. Vielleicht sollten sie sich mal mit den strukturellen Defiziten unseres republikanischen Staatswesens auseinandersetzen, damit sie eine Idee davon bekommen, was es braucht, um Politik wieder in den Dienst der Bevölkerung zu stellen, statt nur Verständnis für AfD-Wähler aufzubringen. Aber die Medienlandschaft ist so wenig lösungsorientiert wie der Politikbetrieb, statt dessen wird sich in destruktiver Aufmerksamkeitsökonomie gesuhlt. So langsam sollte es vielleicht dämmern, dass keine Veränderung zu erwarten ist, wenn man immer so weiter macht.

Spiegel auf Boulevard-Niveau angekommen!

Weil E-Autos schnell beschleunigen, macht der Spiegel jetz plötzlich eine Gefahr daraus. Bei Sportwagen und Motorrädern hat ihn das nie gestört. Aber beim E-Auto ist das natürlich ein Problem. Da werden zehn Jahre alte Studien rausgekramt, als es kaum E-Autos gab und die damit kaum Aussagekraft haben. Da wird der Anstieg der Gesamtzahl aller Verkehrstoten 2025 um 44 Personen allein der E-Mobilität zugerechnet, ohne dass dafür irgendeine Evidenz angeführt wird, und ohne auf die Anstiege 2018 oder 2011 um jeweils um die 100 auch nur einzugehen. Da wird einfach nur geraunt, ohne dass etwas Belastbares anbgeführt würde.

Wer sich statt dessen mal im Verkehr bewegt, wird feststellen, dass E-Autos oft defensiv gefahren werden, um den Akku zu schonen, während die Drängler überwiegend Verbrenner fahren. Wer nur ein paar Menschen kennt, stellt auch schnell fest, dass die irrationale Liebe zum Rasen, gerne als sportliches Fahren verharmlost, mit der Liebe zum möglichst laut röhrenden Verbrenner einhergeht, sehr zum Leidwesen von uns allen, die wir dem schutzlos ausgeliefert sind. Es würde genügen bei den Verkäufern von Sportwagen und Motorrädern nachzufragen, oder die kurvigen Rennstrecken der Alpen und die beliebten Videos von Hochgeschwindigkeitsfahrten auf deutschen Autobahnen aufzusuchen.

Statt seinen journalistischen Pflichten nachzugkommen, sinkt der Spiegel herab auf perfide Stimmungsmache. Wie verabscheuungswürdig!

Der Spiegel auf Kulturkampfkurs

Im Iran wird ein Krieg gegen die Weltordnung und die Weltwirtschaft geführt und der Spiegel macht eine Titelgeschichte zum Thema Duzen und Siezen. Geht es noch ignoranter? Geht es noch absurder? Ist das noch ein Nachrichtenmagazin oder schon Klatschpresse?

Es mag ja sein, dass es im steifen Hamburg noch Leute gibt, die sich daran stören, aber das heißt nicht, dass es andere nicht so halten dürfen, wie sie wollen. Und das heißt auch nicht, dass es in irgendeiner Weise relevant wäre, wenn irgendjemand gern hätte, dass sich die Sprache doch bitte so entwickeln möge, wie sie oder er (meistens Letzteres) sich vorstellt.

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Die Verantwortungslosigkeit kehrt zurück

Was für eine Abfolge! Jahrzehnte lang verharmlost der Spiegel systematisch die Klimakrise. Lobenswerterweise druckt er 2024 selbst die entsprechende Analyse des Medienwissenschaftlers Bernhard Pörksen dazu ab. Der attestiert im selben Zuge dann auch, dass sich die Berichterstattung seit 2019 einem realistischen Blick (zumindest in einschlägigen Texten) genähert habe. Danach folgt Monate lang Funkstille: keine Artikel mehr zur Klimakrise. Nicht einmal das drohende Kippen des Golfstroms ist eine Meldung wert. Und dann das: Frauke Rostalski, Mitglied des Deutschen Ethikrats, darf über die Sinnlosigkeit individuellen Engagements für den Klimaschutz schreiben, ohne einen anderen Weg zu weisen.

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Spiegel-Leserbriefe: Der Ignoranz eine Bühne!

Was ist bloß, bei den Leserbriefen im Spiegel los? Die Redaktion bekommt massig Zuschriften und was wählt sie aus? Ignoranz pur.

Da beschreibt Christoph Möllers, Professor für Verfassungsrecht, in einem aufrüttelnden Artikel, wie die Rechten bis hin zur Union auf unsägliche Weise den Rechtsstaat erst diskreditieren, dann politisch unterwandern und ihn schließlich gefügig machen, und dann druckt der Spiegel Leserbriefe dazu ab, die sich mit dem beschriebenen Problem gar nicht befassen. Als ginge es um eine Kleinigkeit und nicht den Kern unserer heutigen gesellschaftlichen Stabilität.

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Die Neu-Auflage der Dolchstoßlegende

Jetzt strickt der Spiegel also auch mit an der Neu-Auflage der Dolchstoßlegende: René Pfister gibt den Linken die Schuld am Aufstieg der Rechten und dem Niedergang der Demokratie. Typisch rechts bedient er sich auch gleich eines unverhältnismäßigen Vergleichs: Er stellt die Absetzung Julia Ruhs derjenigen von Jimmy Kimmel gegenüber. Als wäre das eine nicht ein interner Vorgang in einem Medienhaus, wie es ihn zu Hauf gibt, und das andere nicht von der Regierung herbei geführt und somit die (Selbst-) Unterwerfung der Medien. Im einen Fall will ein Sender journalistische Standards wahren, im anderen erweist ein Medienkonzern vorauseilenden Gehorsam gegenüber einem Möchtegern-Autokraten, wobei nur die Angst vor Umsatzverlusten Kimmel zurück auf den Bildschirm gebracht hat. Das also ist die letzte Verteidigungslinie gegen Gleichschaltung. Na dann, gute Nacht!

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Wie umgehen mit der AfD?

Wie umgehen, mit der AfD fragte vor kurzem auch Dirk Kurbjuweit im Spiegel? Eine Frage mit der Journalisten seit Jahren ringen, und das immer schon mit dem Vorsatz, bloß keine Normalisierung zuzulassen. Indem man sie auf diese Weise immer besonders behandelt hat, hat man sie allerdings auch zu etwas Besonderem gemacht, um das man sich ganz besonders kümmert – dauernd. Kein Tag und so gut wie kein Artikel mehr bei dem die AfD nicht mindestens im Hintergrund mitläuft. Themensetzung und Diskursausrichtung orientieren sich beinahe durchgehend daran. Mit dem Ergebnis: Man hat die Besonderheit normalisiert. Die Allgegenwart der AfD ist zu einer Normalität geworden, die durch Sonderbehandlung nur an Attraktivität gewinnt. In den Niederungen der langweiligen Normalität, wie sie alle anderen irgendwann einholt, kommt die Partei so niemals an. Der Umgang mit der AfD ist obsessiv geworden, was reichlich Wasser auf ihre Mühlen schwemmt.

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Der politisch orientierungslose Politikwissenschaftler

Hallo Herr Manow, hallo Spiegel-Redaktion,

Dass sich die Kategorien links und rechts auflösen ist für die Politikwissenschaft jetzt nicht die allerneueste Nachricht, vielmehr wird das seit den 1990er Jahren beobachtet. Aber das wissen Sie, viel belesen, wie Sie sind. Was also wollen sie dann?

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