
Wie jeder andere Wandel auch sieht sich derjenige der Sprache einer Normalität gegenüber, von deren Fortbestand nicht wenige profitieren, sich andere darauf eingestellt, damit abgefunden oder sie nie in Frage gestellt haben. Trotzdem greift das Gendern zunehmend Raum. Seine Ausbreitung erstaunt, angesichts des oft angeführten Mangels an Rückhalt in der Bevölkerung: Denn Umfragen zu Folge lehnt die Mehrheit gendergerechte Sprache ab. Aus den Erhebungen geht jedoch nicht hervor, ob sich die Ablehnung gegen das Gendern generell richtet oder nur gegen ihre bekannten, konkreten Ausformungen mit all ihren Unzulänglichkeiten: Umständlichkeit, holpriger Sprachfluss, Binarität verstärkend. Schon Formulierungen der Fragestellung stehen bisweilen stellvertretend für einen ebenso umständlichen wie angestrengten Umgang: